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zehnsekundenohlig

©️SimoneHarre

„Ich ging während des Krieges ins Lyzeum. Wir hatten die Kinder aus dem Vorgebirge bei uns. Die konnten den Lehrerinnen immer was mitbringen, so was sie hatten, Fleisch, Wurst und so weiter. Und sie aßen immer Butterbrote, Schwarzbrotbutterbrote mit sooo dick Butter oder Wurst drauf… aahhhh …, hatten wir doch nicht, wir hatten nur Schulspeißung. Da ist keiner mal auf die Idee gekommen, hier, willst du mal ein Butterbrot haben, nein. Und als die Währungsreform dann 1948 kam, da haben wir uns hier zuhause zusammen gesetzt und ich durfte mir was wünschen. Ja, was möchtest du denn? – Ein Butterbrot, aber mit sooo dick Butter. Sagte ich. Das vergess ich nicht. Da hat meine Mutter sich hingesetzt und bitterlich geweint. Ja. Das war auch Glück.“

Marianne Ohlig, Rentnerin, 74 Jahre

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